Lupinen leben wie alle Leguminosen in Gemeinschaft (Symbiose) mit Sticksoff fixierenden Knöllchenbakterien. Über die Knöllchen sind die Leguminosen in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu fixieren und sich somit weitestgehend selber mit dem Hauptnährstoff Stickstoff zu versorgen. Diese Bakterien sind spezifisch für die unterschiedlichen Leguminosen – für die Lupine ist es der Stamm Bradyrhizobium lupini. Sie müssen in ausreichender Anzahl im Boden vorhanden sein, damit eine ausreichende Besiedlung und Infizierung der Lupinenwurzeln erfolgt. Auf Standorten, auf denen noch nie oder seit mehr als 8 bis 10 Jahren keine Lupinen angebaut wurden, ist eine Impfung mit dem Bakterienstamm Voraussetzung für einen sicheren Ertrag.

Bei nicht durchgeführter Impfung zeigen die Pflanzen, wie auf den Abbildungen sichtbar, dass sie unter Stickstoffmangel leiden und eine Besiedlung mit Rhizobienbakterien nicht vorhanden ist.

In der Praxis ist die Impfung des Saatgutes am weitesten verbreitet. Eine Bodenimpfung ist mit einigen Präparaten auch möglich. Zudem gibt es Impfpräparate in flüssiger Formulierung oder auf torfbasierter Festformulierung. Die Impfung kann direkt in der Drillmaschine oder in geeigneten Betonmischer oder ähnlichen Geräten erfolgen. Bei allen Impfpräparaten ist eine Aussaat unmittelbar oder kurz nach der Beimpfung des Saatgutes empfohlen.


Derzeit am Markt verfügbare Impfmittel-Präparate

ImpfmittelHerstellerFormulierungBakterien-konzentration*)Haltbarkeit ab FabrikabfüllungHaltbarkeit nach Impfung [Stunden]Einsatz im ÖL
Legume-FixFa. Legume Tec., GB
Vertrieb: Gartensoja.de
Torf5×10924 Monate24ja
LiquiFixFa. Legume Tec., GB
Vertrieb: Gartensoja.de
flüssig5×10912 Monatek.A.ja
RADICIN-LupinJost Group GmbH, DEflüssig1×1086 Wochenk.A.ja
RhizoFix RF-40Feldsaaten Freudenberger
GmbH & Co KG, DE
flüssig1×109k.A.k.A.ja
Rhizo powerNadicom GmbH, DEflüssig1×108k.A.k.A.ja
Turbo LupinFa. Hahn & Karl
(Vertrieb DE2))
flüssig1×109k.A.k.A.ja
LeguminoSaphium Biotechnology GmbH, AUPflanzenkohle1×10912 Monatek.A.ja
Stand: April 2021, kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Wir freuen uns über weitere Angaben bzw. Nennungen von Impfmitteln.
*) koloniebildende Einheiten pro g bzw. ml
1) Hersteller: Fa. Legume Tec., GB, Vertrieb in Mitteleuropa über gartensoja.de
2) Vertrieb Saatbau Linz eGen, AU; in Deutschland über Fa. Hahn & Karl, k.A. = keine Angabe


Die Kosten für die Impfpräparate liegen bei 20-30 Euro/ha, hinzu kommt die Arbeit. Grundsätzlich gilt: Besser zu viel als zu wenig Impfmittel verwenden! Besonders bei Erstanbau verwenden erfahrene Praktiker die doppelte empfohlene Impfmittelmenge. Bei optimalen Keimbedingungen reicht sicher auch weniger; verzögert sich jedoch die Knöllchenbildung durch schlechte Witterungsverhältnisse, so macht sich eine erhöhte Impfmittelmenge bezahlt.


Autor:
Herwart Böhm (Thünen-Institut für Ökologischen Landbau)