Schweine reagieren besonders empfindlich auf erhöhte Alkaloidgehalte. Im Rahmen der EFSA-Stellungnahme wurden für Schweine tolerierbare Dosen
von 1-10 mg/kg KM/d an Gesamt-Alkaloiden (L. angustifolius) sowie 1,5 mg/kg KM/d (L. luteus) abgeleitet. Im Bereich der ökologischen Ferkelaufzucht wurden hydrothermisch behandelte Körnerleguminosen mit Anteilen von bis zu 30 % getestet und dabei vergleichbare Leistungen erzielt (Kempkens et al. 2015). Für Schmalblättrige Süßlupinen werden Einsatzmengen von bis zu 15 % in der Ferkelaufzucht als möglich angesehen (Stalljohann 2013). Dennoch empfiehlt die UFOP (Weber et al. 2020) auf Basis von Literaturergebnissen und Praxiserfahrungen, Ferkel erst ab 20 kg Lebendmasse und auch nur zu geringen Anteilen von 5 % an Süßlupinen zu gewöhnen. Für die Schweinemast wurde bisher der Einsatz von 15–20 % schmalblättrigen Lupinen ohne Beeinträchtigung der Futteraufnahme sowie Mast- und Schlachtleistung als möglich angesehen (Meyer 2016). Voraussetzung sind die Rationsbilanzierung auf Basis der pc verdaulichen Aminosäuren und ein entsprechender Aminosäureausgleich. Neue Mastversuche zum Einsatz von Weißen Lupinen zeigten jedoch bei einem mittleren Gesamt-Alkaloidgehalt von 0,58 g/kg TM bereits ab 10 % einen Rückgang im Futterverbrauch (Krieg et al. 2024). Bezogen auf 1 kg Futter lag der Alkaloidgehalt hier bei nur 0,06 g/kg Futter, also deutlich unter den Empfehlungen von Jezierny et al (2010), die für die Weiße Lupine einen Alkaloidgehalt von < 0,12 g/kg Futter ableiteten. Die Einsatzempfehlungen der Weißen Lupine sind somit zu diskutieren und ggf. anzupassen.

Tabelle: Empfehlungen zum maximalen Einsatz der Schmalblättrigen- und der Weißen Lupine in der Fütterung


Autorin:
Antje Priepke & Harald Sievers (LFA Mecklenburg-Vorpommern)

Gesellschaft zur Förderung der Lupine e. V. (2025): Lupinen – Anbau und Verwertung.
Die vollständige Literaturliste ist in der Broschüre enthalten.