Bericht vom Feldtag 2018 in Gülzow

Der diesjährige GFL-Feldtag fand am 08. Juni 2018 in Gülzow an der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) MV statt. Das umfangreiche und interessante Programm wurde inhaltlich von der LFA MV, dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF), der Universität Rostock, dem Lupinennetzwerk und der GFL gestaltet. So konnten mehr als 40 Teilnehmer aus Praxis, Beratung und Forschung auf dem Versuchsfeld der LFA MV begrüßt werden. Frau Dr. Zenk und Frau Dr. Gruber präsentierten zunächst die Sortenversuche zu Lupinen, die sowohl unter konventionellen als auch unter ökologischen Anbaubedingungen geprüft werden. Als Neuzulassungen standen die Sorten Bolero und Carabor in diesem Jahr das erste Mal neben den bewährten Sorten Boruta, Boregine und Probor  in der Feldprüfung. Auf dem Öko-Feld werden auch die Gelbe Lupinen-Sorten Mister und Perkoz aus polnischer Züchtung geprüft, die sich durch eine frühzeitige Abreife und gute Trockentoleranz auszeichnen.

Zudem wurde der Anbau von Blauen Lupinen im Gemenge mit Sommergetreide gezeigt, was nach geänderten Greeningregelungen seit diesem Jahr möglich ist. Diese Regelungen schreiben vor, dass die großkörnige Leguminose Hauptbestandsbildner sein muss, d.h. mehr als 50% im Bestand ausmacht. Aus diesem Grund muss bei der Aussaat darauf geachtet werden, dass die Aussaatstärke 80 – 100% der Reinsaat der Körnerleguminose beträgt und das Sommergetreide mit 25 – 30% der üblichen Aussaatstärke gesät wird. Die Parzellen präsentierten sich, insbesondere auch unter konventionellen Anbaubedingungen, mit geringem Unkrautbesatz, obwohl keine Herbizide eingesetzt wurden und auch keine mechanische Unkrautregulierung stattfand.

Dr. Goltermann vom LALLF M-V präsentierte einen Herbizidversuch, in dem die wenigen im Lupinenanbau noch zugelassenen Herbizide Gardo Gold, Boxer und Stomp Aqua zum Einsatz kamen. Seiner Meinung nach werden kaum neue Herbizide eine Zulassung erhalten, sodass die Landwirtschaft sich auf alternative Anbaukonzepte einstellen sollte.

Auch der Befall mit dem Blattrandkäfer – vor allem aber dessen Larven – kann die Entwicklung der Lupinen beeinträchtigen. Die Larven wandern an die Wurzeln und fressen dort an den Knöllchenbakterien, sodass die N-Fixierung und damit die Ertragsleistung reduziert werden. In dem Projekt „SiLu“ untersuchen Frau Dr. Struck und Frau Paak von der Universität Rostock die Aktivität der Blattrandkäfer und die Befallshäufigkeit an den Lupinenwurzeln, mit dem Ziel ein Entscheidungshilfemodell für den optimalen Zeitpunkt der Insektizidbehandlung erarbeiten zu können.

In der Mittagspause wurde bei bestem Wetter ein Imbiss eingenommen und die vorgestellten Versuche weiter intensiv diskutiert. Gut gestärkt fuhren die Teilnehmer zur Feldbesichtigung auf den ökologisch wirtschaftenden Betrieb der Familie Vetter, in unmittelbarer Näher zur LFA MV. Dort werden seit dem letzten Jahr Blaue Lupinen auf 14 Hektar angebaut und kommen in der Fütterung der Milchviehherde zum Einsatz. Die letzte Station an diesem Tag war der konventionell wirtschaftende Betrieb der Produktivgenossenschaft Gerdshagen Lohmen e. G.. Hier zeigte Herr Schwarz seinen Vermehrungsbestand mit der Sorte Probor. Der Bestand war gut etabliert, hatte aber auf dem sehr leichten Standort mit der lang anhaltenden Trockenheit zu kämpfen. Obwohl konventionell angebaut, wurde die Unkrautregulierung hier mit einem Striegel durchgeführt – und dies mit sehr gutem Erfolg!

Somit konnten die Teilnehmer nach diesem Tag viele Eindrücke und neue Anregungen mit nach Hause nehmen. Die GFL-Vorstandsvorsitzenden Dr. Herwart Böhm und Dr. Jens Bojahr erklärten damit ist das Zeil des GFL Feldtages erreicht: „Unsere Lupinen-Gesellschaft möchte mit dem Feldtag den Austausch zwischen den Landwirten fördern und zum Lupinenanbau ermuntern.“